kritische Gedanken

kritische Gedanken:
Ein kleines Mädchen ©Jutta Geißel
 

Copyright: alle Rechte vorbehalten

 

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Folgende Gedichte sind nicht in dem Buch enthalten:

 
Amerika
       Ralf Geisendörfer
Feb 2003
 
Amerika ich lieb dich -  noch -
und doch ist mir zum Weinen.
Du sorgst dich um die ganze Welt,
jedoch nicht um die Deinen.
 
Nach Ordnung strebst du gnadenlos,
willst jedes Volk belehren,
anstatt auf deinem Hinterhof
den eignen Staub zu kehren.
 
In Blut tauchst du dein eignes Volk
vergessen deine Ziele.
Statt Zukunft gibst den Menschen du
heut nur noch Brot und Spiele.
 
Du fühlst dich als Imperium,
als Weltmacht ohne gleichen -
du herrschst wie ein Bakterium
und wandelst über Leichen.
 
Schon Rom hat einst kein Christ verbrannt,
den Reichstag ?  -  auch kein Kommunist.
Das Spiel ist dir sehr wohl bekannt -
bist heute selbst ein Terrorist.
 
Der Gründerväter Ideal,
für dreißig Silberlinge,
hast du verraten - uns zur Qual,
den Kopf schon in der Schlinge.
 
Amerika ich lieb dich - doch -
hör auf die Welt zu quälen,
sollst mit uns neue Brücken bauen
und nicht die Kugeln zählen.

 

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Kroatien
       Ralf Geisendörfer
März 2000
 
 Kroatien Du schöne Maid,
ich kann Dich nicht vergessen.
Hat auch mein Fuß Dich nie berührt,
ich bin von Dir besessen.

Kroatien Du bist so jung
und doch schon so gereifet,
wenn ich nur Deinen Namen hör',
die Sehnsucht mich ergreifet.

Kroatien du kleines Land,
warum musst du dich quälen?
Verloren hast die Ketten du
nicht deine schönen Seelen.

Ihr Götter - oh, ich warne euch,
dies Land mir zu verbrennen!
Fasst mir nicht mein Kroatien an -
  sonst lernet ihr mich kennen!

 

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Mammons Requiem
Ralf Geisendörfer 
April 2003
 
Motivation bringt süßen Lohn,
man muss nur einfach wollen!
Auf goldnem Thron, sah man sich schon,
als Konten überquollen.
 
Mit welcher Lust, so selbstbewusst,
Millionen frei zu händeln,
nur bares Geld - ist was heut zählt,
sieht man der Kurse Pendeln.
 
Im Geiste schon die Provision,
für SICH will man am meisten -
der Seele Feuer  - viel zu teuer -
wer kann sich Skrupel leisten?
 
Der schnelle Kies, das goldne Fließ -
das ist der Sinn der Jugend!
Was heißt hier Lug? Wieso Betrug?
Nur Gier ist eine Tugend.
  
Jetzt mit Gefühl,
der große Deal:
Man kann
die Welt bewegen!
Ein kleiner Trick -
mit etwas Glück -
schon sprudelt Mammons Segen…. 
Nicht lang ist´s  her, dass man mit Ehr und großem Pomp ihn weihte –
kann nicht mehr zahlen –
voller Qualen –
steht vor Gericht –
ist pleite! 

 

Und was nun,
ihr lieben Leute ?
Habt ihr auch
drauf spekuliert ?
Ohne Rücksicht
auf Verluste,
euer Sparschwein füsiliert ?
 
Hört nur - wie die Sense singt!
Hört - wie sie das Ende bringt!

 

Wollt ihr die Zukunft erben,
muss erst die Dummheit sterben!

 

füsilieren = standrechtlich erschießen
2003 kannte ich Herrn Madoff noch nicht!
 

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Agenda 20-10
       Ralf Geisendörfer
Mai 2005
 
Herr Brüning hat es vorgemacht,
er sparte sie zu Tode,
die Republik der Dichterstadt
- das wird heut wieder Mode.
 
Der Staat verschenkt sich an die Bank
und plündert für die Reichen.
Die Wirtschaft macht er schwach und krank
und stolpert über Leichen.
 
Nicht alles wollt Ihr anders machen,
doch aber vieles besser  -
und meint damit:
Reichsarbeitsdienst für nutzlos, faule Fresser.
 
 
                                                                                                                                                                                                                            Null Auftrag
                                                                                                                                                                                                            Null Umsatz
                                                                                                                                                                                            Null Kohle
                                                                                                                                                                              Null Arbeit
                                                                                                                                                                Null Job
                                                                                                                                                                              Null Tabu
                                                                                                                                                                                            Null Steuer
                                                                                                                                                                                                            Null Wachstum
                                                                                                                                                                                                                            Null Auftrag
(und Dosenpfand kommt noch dazu….)
 

 

Ihr predigt uns Konsumverzicht
und macht Euch schamlos fett
und lacht uns frech noch ins Gesicht
wie Marie Antoinette.
 
Vom Wahnsinn seid Ihr ja besessen,
gönnt uns nicht einen Heller.
"Natürlich werden wir Kuchen essen,
und zwar von EUREM Teller!"
 
Für zweimal Kosten  -  halben Lohn:
Wer soll das überstehen?
Gelöhnt wird nur für einen Schuh
und das pro:

           20 Zehen!

 

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Vaterland
        Ralf Geisendörfer
Mai 2006
 
 
Ein Vaterland, so dacht ich einst, das ist das Land der Väter,
und wer für immer es verlässt, der ist wohl ein Verräter.
 
Und wer verschwand, dem sagte man - der würd´ auch stehl´n  und rauben
-und noch viel schlimmre Sachen nach, doch - konnte man das glauben?
 
Dann kurzerhand in diesem Land, hat sich das Blatt gewendet,
Die Bösen waren plötzlich gut- und mancher stand geblendet.
*
Ganz unverwandt war man sich nicht und doch war alles neu
Die Heimat war ein andres Land, voll Staunen und voll Scheu.
 
Am Zeitungsstand, las man so viel, von Helden, Patrioten-
und Andersdenken wurde halt verschwiegen statt verboten.
 
Ist der Verband uns nun ein Pfand für einheitliches Streben?
Für unsre Zukunft, unser Wohl und freiheitliches Leben?
*
Mein Vaterland das ist viel mehr als nationale Flause,
der Ort, wo eine Wiege stand ist lang noch kein „Zuhause“.
 
Mein Vaterland wird niemals sein, das Kuschen und das Schweigen -
Es ist das Glück, das überschäumt, der Freude bunter Reigen.
 
Mein Vaterland ist das Gewand, das schützend mich umhülle,
die liebevolle Bruderhand, der ich das Glückshorn fülle.
*
Drum jeder Seele wünschen wir drei Dinge in die Hand
Ein volles Glas, ein gutes Herz, ein glücklich Vaterland.
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Wetterhexen 
Ralf Geisendörfer
April 2008
 
 Herr Kachelmann hat festgestellt:
Es wird jetzt wärmer auf der Welt!
Doch nicht nur heute, ja auch später-
es steigt und steigt das Thermometer.

Vergangen ist die frische Kühle:
„Das ist der Fluch der Moleküle!“
…die irgendwer ins Grün gekleckst
und so das Wetter uns verhext.

Das Meer steigt an - und nicht nur sacht,
das ist bereits erwiesen.
Das Land versinkt und keiner lacht,
wenn alle Brünnlein fließen.

Es wird gerechnet und studiert
und per Computer simuliert
und jeder bis zum Pontifex
sucht heute nach der Wetterhex´.

Das Eis zerschmilzt, der Gletscher bricht.
Da hilft nur Sparen und Verzicht -
die Katastrophe schon so nah…
(Veronika, der Lenz ist da….)

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Die Wacht am Main!
Ralf Geisendörfer
Okt 2008
 
 Es braust ein Ruf wie Dollar-Hall,
wie Münzenklang und Medienschall:
Zum Main, zum Main, zur Furt am Main,
Wer will des Stromes Hüter sein?
Lieb’ Vaterland, magst ruhig sein,
Fest steht und treu - die Wacht am Main!

Und zückt man Milliarden schnell,
und alle Augen blitzen hell:
Die deutsche Währung, fromm und stark,

ganz gleich ob Euro oder Mark,
soll deine Freud' und Wonne sein.
Fest steht -  und treu die Wacht am Main!

Ein Blick hinauf in Himmels Au’n,
ein Ende ist noch nicht zu schau’n.
Und mancher tönt aus voller Brust,
das hab ich immer schon gewusst –
doch, so schlimm kann es gar nicht sein…
Lieb’ Vaterland, magst ruhig sein,

So lang -  die Druckerpresse glüht,
der Markt noch neue Blasen zieht,
den Bogen man noch weiter spannt,
betritt kein Feind hier deinen Strand!
Lieb’ Vaterland, magst ruhig sein,
wir halten aus, wir zahlen ein.

Auch wenn mein Herz verzweifelt bricht,
verlassen?  -  kann ich Dich doch nicht,
saugt auch die Spekulantenbrut
dir aus den letzten Tropfen Blut!
Lieb’ Vaterland, magst ruhig sein,
Noch - halt ich wacht - obwohl  - ich wein!

 

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Hoffnung 2009
        Ralf Geisendörfer
Dez 2008
 
Der Herbst vergangen, wild und heiß,
die Stirn noch voll der Panik  Schweiß.
Die Weihnacht naht -  oh süßes Hoffen -
wer weiß, was uns bereits getroffen?
 
Schau auf den Baum: Der Lichter Glanz
lässt uns vielleicht verdrängen
der bösen Nachricht Totentanz,
zu endzeitlich Gesängen.
 
Es wurde uns ein Kind geboren,
recht dunkel und mit großen Ohren.
Noch nie geschah uns wohl desgleichen -
es gibt heut Wunder noch - und Zeichen!
 
Der ganzen Menschheit bunte Schar
hofft, dass dies noch nicht alles war,
denn was den heil´gen Retter frommt
ist:  dass dann auch die Rettung kommt!!!
 
Und während schon die Klöße kochen
steckt uns die Angst noch in den Knochen….
Und doch macht sich im Herzen breit:
Die Hoffnung in der Weihnachtszeit!

 

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Der Apokalypse Messias
Ralf Geisendörfer
02.04.2009
 

 

Wer reitet so wild         -           in gefährlicher Zeit -
  Welch Pest macht sich auf uns´rer Erde heut breit -
             Welch Lug und Betrug  treibt man - höher und weiter -     ?

 

... sind es schon die apokalyptischen Reiter???

 

Diabolo tätschelt den Sensenmann,
egal welche Farbe - darauf  kommt´s nicht mehr an…
Ob schwarz oder weiß – ob grün oder braun -
wer hofft noch vergeblich, dass die Teufel drauf schau´n?

 
Wann brechen die Dämme?
Wann sprudelt es munter aus aller Munde:
da seht - nun ist Land unter...
Schon flirtet der Untergang mit dem Verderben...
(welch Gnade all denen, die heute schon sterben - )
 
Wie gern hätte man dem Messias geglaubt,
sich selbst fast dafür eig´nes Leben geraubt?
Noch während man segnet die farbliche Pracht,
hat Milliarden beim Amen man umgebracht.
 
Noch schwerer als Angst  -  ist Gewissheit zu tragen.
Wie gern würde mancher dies Erbteil ausschlagen.
Das Beil ist gefallen, das Beste ist ab -
man hat uns verraten - spuckt uns noch ins Grab...
 

 

Vorüber der Völker Monolog:

 

Bei Klageliedern in schmerzvoller Nacht
vollendet Charybdis den letzten Sog!
... na Glückwunsch, "Messias"  –  DU  hast es vollbracht!

 

 

 
 

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...weil es so hervorragend ist, an dieser Stelle ausnahmsweise ein Gedicht aus fremder Feder:
 
 
Ein kleines Mädchen
   ©Jutta Geißel
 
 Ich bin ein kleines Mädchen,
vielleicht noch etwas dumm,
ich sitzt in einem Keller,
und schau mich fragend um.

Ich sehe Menschen weinen,
verzweifelt Hände ringen.
Sie sagen, dass die Bomben,
uns ins Verderben bringen.

Ich weiß nicht mal so recht,
was wirklich "Bomben" sind,
ich bin ja nur ein kleines,
verspieltes Menschenkind.

Ich hör in einem Radio,
viel Leute die da sprechen,
ich kann sie nicht verstehen,
versteh nur Kampf und rächen.

Ich hör Sirenen heulen,
der Ton ist fürchterlich,
dann laute Explosionen,
Mama, beschütze mich.

Ich bin ein kleines Mädchen,
versteh die Welt nicht mehr.
Ich weiß nur es soll aufhörn,
ich fürchte mich so sehr.
 
 
 Mit freundlicher Genehmigung von Jutta Geißel persönlich (vom 16.12.2008)
www.sandurmels-nestchen.de
 
 
 
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   Angst

       Ralf Geisendörfer Dez. 2009

 

Die Medien machen endlos Kohle -

folgt uns die Angst auf Schritt und Sohle.

Der Furchtlose trägt selten Trauer,

doch Angst macht uns das Leben sauer.

 

Zur Religion wird Lug und Trug…

manch einer warf sich vor den Zug,

nachdem sein Lebensziel entschwand -

…der Staatsanwalt die Akten fand.

 

Ob brauner, roter, grüner Schwindel,

schon immer machte dies Gesindel,

mit Angst und Schrecken jeden zahm -

uns noch die Luft zum atmen nahm…

 

denn Angst stellt ruhig und kriegt klein.

Zeigt man auch Mut – nur so zum Schein -

und doch verzweifelt und verbittert:

„Es ist gewollt, dass jeder zittert!“

 

Und jeder steht heut voll im Stress,

so wie der Karpfen im Loch-Ness.

Die Furcht schwillt an auf Todes Schippe

ob Impfung oder Schweinegrippe,

 

es ist egal - die fürchtend weichen

sind harmlos – so wie kalte Leichen,

die kann man eiskalt niederdrücken,

Milliarden machen, voll Entzücken-

 

denn Angst ist was der Teufel atmet-

nur frischer Mut fegt beide hin!

 

Sucht Ihr zu Weihnachten den Sinn

des Lebens und was sonst noch wichtig,

 dann lest die Zeilen hier auch richtig

und seht es mal aus meiner Sicht:

 

Trefft Ihr mal `nen Engel in schillerndem Licht,

                                         dann sagt er ganz sicher:             „Fürchtet euch NICHT!“

 

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wenn Gedanken kranken…

 

Ralf Geisendörfer, Feb. 2010

 

 

  wem ist es zu verdanken

    wenn reiche Banken kranken,

      die Armen und die Blanken

 vor Wut beim Tanken schwanken

 

    wer weist sie in die Schranken

  wenn sie mit ihren Pranken

       durchbrechen alle Planken

              und sich dabei noch zanken

 

  wie kann man diesen Kranken

    die uns schon immer stanken

       doch fallen in die Flanken

          und dabei nicht mal wanken

 

 

einst werden sich noch ranken, um die, die damals sanken

die undankbar Gedanken….

 

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Schneeflöckchen, Weißröckchen...

 

Ralf Geisendörfer 08.01.2010

 

Schneeflöckchen, Weißröckchen,

jetzt kommst du geschneit,

du wohnst in den Wolken,

dein Weg ist so weit.

 

Doch das ist gar nicht möglich,

nein das kann doch nicht sein

denn am Nordpol ist Frühling

und hier friert alles ein.

 

Ja das ist doch bloß Watte,

ja das ist gar kein Schnee

denn die Eisbären schwitzen

und auf Grönland blüht Klee.

 

Der Obama, der kann es,

der hat alles im Griff

in gefrorenen Pfützen

auf dem sinkenden Schiff.

 

Schneeflöckchen, du deckst uns

manche Unwahrheit zu,

darum hofft auf den Frühling

und genießt noch die Ruh.

 

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Unser Haus

Ralf Geisendörfer 2011

 

 

Ein Haus das sollte wohnlich sein

mit warmem Dach und Fenstern,

gemütlich soll´s und friedlich sein,

nicht gruseln vor Gespenstern.

 

Man soll sich darin sicher fühl´n,

behütet und geborgen,

beschützt vor Regen, Kälte, Sturm,

vor Kummer und vor Sorgen.

 

Das Fundament sei wohl gewählt -

es trägt den ganzen Bau.

Noch wichtiger !  – der Untergrund -

den prüfe man genau.

 

* * *

 

Doch, ach und weh, man baute uns

auf wackligem Gefilde,

die Wände schief, das Dach nur halb,

ein jämmerlich Gebilde.

 

Wär´ unser Haus auf  Sand gebaut,

dann könnt´s vielleicht noch tragen -

auf diesem schmutzigen Morast

baut nur zerbrochnes  Klagen.

 

So klebrig, schwarz und glibberig

ist doch kein Baugrund – nein.

Hätt´ man es nicht auf Öl gebaut -

es könn´t so herrlich sein.

 

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Freiheit

Ralf Geisendörfer 24.10.2011

 

Die Welt hat nie eine gute Definition für das Wort Freiheit gefunden.

                                                                                                                         Abraham Lincoln

 

Freiheit, Freiheit, du schöne Maid,

du falsche Hure, du tust mir leid.

Du keusche Jungfrau -  in lüsterner Nacht

hast weniger glücklich als umgebracht.

 

Obwohl dir voll Inbrunst die Menschen nachlaufen,

lässt du dich an jeder Ecke verkaufen.

Dein Preis ist mal teuer, doch meist ist er billig,

schwankst jeden Moment zwischen prüde und willig.

 

Stehst stolz und erhaben im weißen Kleid,

dein Funkeln und Glitzern erzeugt wilden Neid,

doch fasst man Dich an -  ist die Glorie verflogen,

wird nur noch gehurt, gesoffen, gelogen.

 

Das süße Lächeln um deinen Mund

macht voller Sehnsucht das Herz uns wund -

doch liegt man erst mit dieser Schlampe im Bett,

dann sieht man sie wirklich  -   hässlich und fett.

 

Die Schönheit der Freiheit gibt’s nicht ohne Träne,

weil keiner dich kennt und keiner versteht,

du bist nur ein Monster – eine falsche Sirene -

 

und doch unsre Hoffnung, um die alles sich dreht.

 

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Der König der Massai

   Ralf Geisendörfer 17.07.2012

 

 

Einst schrieb der König der Massai

an Charles von Gottes Gnaden:

„Warum ist meines Volkes Los

so mühsam und beladen ?

 

Wo ist der Stolz aus alter Zeit:

manch Löwe hat gezittert!

Heut sind wir nur noch arm und krank,

vor Elend ganz verbittert.

 

Bei uns herrscht immer Sonnenschein,

nicht dunkler, trüber Nebel

und dennoch haben wir zu oft

im Mund statt Brot nur Knebel.

 

Was heut noch Freund wird morgen Feind,

man gönnt uns keinen Frieden.

Die Menschen leiden Hungersnot -

wer hat uns das beschieden?

 * 

Nun ja, schrieb Charles so merket wohl,

ihr seid einfach zu viele.

Zeugt einfach keine Kinder mehr -

dann habt ihr Brot und Spiele.

 

Das Beste wär  - es gäb euch nicht,

vorbei wär´n alle Klagen.

Ihr seid an allem selber Schuld -

gibt’s sonst noch dumme Fragen?

 * 

Dank für die Antwort edler Mann,

das öffnet uns die Augen.

Wir haben euch zu lang vertraut,

und glaubten nichts zu taugen.

 

Ihr nennt euch in Hochmut „von Gottes Gnaden“ -

für euch nur die Ehre - für uns nur den Spott.

Ihr liebt es in unseren Tränen zu baden -

doch bald geht ihr unter – und dann gnade euch Gott.

 

 

 

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Gedichte

Stand: 09.12.13